CODEX IUSTINIANUS – Ausgabe ed. Miraeus-Augustinus. Paris 1550.

CODEX IUSTINIANUS - Ausgabe ed. Miraeus-Augustinus. Paris 1550.

CODEX IUSTINIANUS – CODICIS DN. IUSTINIANI sacratissimi principis ex repetita praelectione libri XII. ex fide antiq. exempl. sexcentis restituti. Additi sunt etiam multis constitutionibus consules, qui in omnibus hactenus, quotquot extent impressis desiderabantur exemplarib, Quin & in glossematis haud pauca restituta sunt, quae perperam prius citabantur. Paris, Apud Carolam Guillard viduam Claudii Chevallonii & Gulielmum Desboys, 1550. Quart. (Reprint Vico Verlag Frankfurt am Main 2016) Titelblatt mit Druckersignet (ergänzt), 1362, (24) Spalten. Halbleinen. Order-no.: IC-300 ISBN 978-3-86303-316-3 275,– €

275,00

Order Number: 29510AB

CORPUS JURIS AUGUSTINI Spangenberg Nr. 196 Eine Ausgabe des Corpus juris mit der Glosse in Quart zwischen den Jahren 1548 und 1550. a. Digestorum seu Pandectarum tomus primus, complectens libros XXIIII. priores. Paris 1548. b. Digestorum seu Pandectarum tomus secundus, quod vulgo Digestum infortiatum appellitant, sexcentis locis Antonii Augustini beneficio restitutus. Paris 1550. c. Digestorum seu Pandectarum tomus tertius quod vulgo Digestum novum appellant, ex emendationibus A. Augustini restitutus, scholiisque illustratus. Paris 1550. d. Codicis libri XII. ex fide antiquor. exemplarium sexcentis locis restituti. Paris 1550. e. Imperatoris Justiniani sacr. Pr. Authenticorum liber in novem collationes distinctus. Paris 1550. f. Institutionum libri IV. Paris 1550. Diese Ausgabe wird gewöhnlich Corpus juris Augustini genannt, weil von dessen Verbesserungen und sogar Conjecturen Gebrauch gemacht ist. Die Institutionen erschienen nochmals 1553. Der Codex Iustinianus stellt die systematische Kompilation der kaiserlichen, justinianischen Gesetzgebung dar. Wie die Kaiser vor ihm bediente sich Justinian der Konstitutionen zur Regierungsausübung, die meist in Form leges generales ergingen. Der uns überlieferte Codex Iustinianus ist bereits eine Zweitauflage dieses Gesetzeswerkes, oder wie der Codex Iustinianus es selbst ausdrückt: Codex repetitae praelectionis. Das Gesetzeswerk wurde mit Wirkung zum Jahresende am 16. November 534 in Kraft gesetzt und löste den ersten Codex ab, der am 16. April 529 mit der Bestimmung in Kraft getreten war, der Codex Iustinianus solle für alle Zeiten gelten. Erste Nachricht von dem Codex enthält die c.Haec vom 13. Februar 528. Darin berief Justinian eine zehnköpfige Kommission ein, bestehend aus höchsten Beamten der Zentralverwaltung, Anwälte und einem Professor der Rechte. Die Vorgaben bestimmten vor allem Inhalt und Ordnung, etwa daß die Gesetze in kurzer und klarer Sprache abzufassen seien. Es sollte kein neues Recht geschaffen werdcen, sondern das alte, widerspruchsfrei in eine Ordnung gegossen werden. Das war sicherlich der Grund, warum bereits ein Jahr später, am 7. April 529, das Gesetzeswserk promuligiert und am 16. 4. 529 in Kraft trat. Die Gesetzgebung stand aber nicht still, vielmehr erließ Kaiser Justinian in der Folgezeit eine Unzahl von neuen Constitutionen. Außerdem setzte die nunmehr ab nunmehr abgeschlossenen Digesten einiges außer Kraft. Deshalb beschloß der Kaiser wohl zu Beginn des Jahres 534 die Revision des Codex in Auftrag. Das Ergebnis ist der uns wohl bekannte Codex Iustinianus, der Codex repetitae praelectionis, der mit dem Jahreswechsel zu 535 in Kraft trat. Gleichzeitig verlor der alte Codex seine Geltung. Die kurze Wirkungsdauer mag Ursache dafür sein, daß er uns nicht überliefert worden ist. Als Quellen kommen die drei alten Codices in Betracht: Codex vetus, Codex Theodosianus und der Codex Gregorianus. Die Anordnung der auf 12 Büchern verteilte Titelsystem zeigt, daß die Gesetzeskommission auf die Erfahrungen der früheren Kodifikationen zurüchgegriffen haben. Im öffentlichen Recht lehnte man sich wesentlich an den Codex Theodosianus an, im Privarecht und Kriminalrecht mehr an den Gregorianus. Innerhalb der einzelnen Titel war die Constitutiones chroinologisch geordnet, so wie dies bereits der Theodosianus vorgesehen hatte. Der Codex Iustinianus wiederholt relativ häufig Konstitutionen: leges geminatae, und zwar so häufig, daß an ein Versehen der Kompilatoren nicht geglaubt werden darf. Vielmehr begründen sich die Wiederholungen in den Sachzusammenhängen, die in den jeweiligen Regelungen aufgetreten sind. Echte Mißgriffe der Kompilatoren waren die sog. leges fugitivae, das sind an falscher Stelle gereihte Gesetze und Verweisungen auf Konstitutionen, die aber durch die Kürze der Erstellung des Codex begründet sein dürften. Die leges fugitivae tauchen auch relativ selten auf. Die Überlieferung des Codex (vgl. Wenger, Quellen, 949ff.) ist schwierig und nicht ganz geklärt. Es existiert wie bei den Digesten keine vollständige Handschrift, da man bereits im frühen Mittelalter dazu neigte, unzeitgemäß scheinende Texte einfach wegzulassen. Der ursprünglich den vollen Text enthaltende Codex Veronensis 62 aus dem 8./9. Jahrhundert, bietet die Bücher 4-8, 11 und 12 ganz. Schon recht früh blieben auch die letzten drei Bücher (10,11 und 12) unberücksichtigt und der Codex Iustinianus wurde auch in den frühen Drucken in der Regel nur in den ersten neun Bücher gedruckt. Bereit im 9. Jahrhundert setzte die stufenweise Rekonstruktion der ausgecshiedenen Konstitutionen ein, ein Vorgang, der im Zeitalter der humanistischen Jurisprudenz zum Höhepunkt und zum Abschluß kam. Die heute allgemein verwendete Ausgabe besorgte Paul Krüger (editio maior). Codexausgabe mit der grossen Glosse des Accursius! Der CODEX JUSTINIANUS war mehr noch als die Digesten das eigentliche Rechtsbuch des Mittelalters. Aus dem Codex (C.1.14., auch D.1.4.) leitete der Kaiser seine Rechtsetzungsmacht ab. Als Nachfolger der römischen Imperatoren suchte der deutsche Kaiser sein legislatorisches Monopol gegen den Papst durchzusetzen. Mit der Berufung auf die “translatio imperii” wurde das Römische Recht mit all seinen Rechtsbüchern Kaiserrecht. Zunächst noch neben einer Reihe von deutschrechtlichen Quellen setzte sich das Jus Romanum Ende des 15. Jahrhunderts als subsidiäre reichsrechtliche Quelle deutlich von den deutschen Rechsbüchern ab, die mehr und mehr an Wirkung verloren. Einige Kaiser ergänzten den Codex durch eigene Gesetze und verhalfen damit dem Codex Justinianus zu einem strahlenden Glanz. Mit diesem justinianischen Gesetzeswerk, publiziert am 16. November 534, beginnt auch die Systematik der juristischen Abteilung der Ratsbibliothek. Schon zu Zeiten der Gesetzesreform von Kaiser Justinian war von den drei Gesetzbüchern (Institutionen, Digesten, Codex) der Codex für die Bedürfnisse der Rechtspraxis hergestellt. Im Gegensatz zu den Digesten, die im wesentlichen aus Excerpten von Texten römischer Juristen vor allem aus den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten stammen, hat der Codex die Justinianische Gesetzgebung zur Grundlage. Die deutschen Kaiser suchten mit der Adaption des Codex Justinianus ihre legislative Kraft zu stärken und fühlten sich als direkte Nachfolger von Kaiser Justinian. Und in der Tat sind in vielen Druckausgaben vor dem justinianischen Text schöne Holzschnittdarstellungen zu sehen, die den Kaiser (oftmals als Kaiser Justinian stilisierend) und die sieben Kurfürsten zeigen. Gerichtet war die Demonstration auch gegen Rom und dem Universalanspruch der Päpste. Der Kaiser fühlte sich, dies wird bei Kaiser Karl V. besonders deutlich, als Stellvertreter Gottes auf Erden und nicht als Diener des Papstes. Die Wiedereinführung des Codex Justinianus sollte diesem Signal dienen. Der Aufbau: Buch 1: Kirchenrecht, Rechtsquellen und die Officia der Reichsbeamten Buch 2-8: Privatrecht Buch 9: Strafrecht Buch 10-12: Verwaltungsrecht. Die letzten drei Bücher (Liber X-XII) wurden in den mittelalterlichen Codices abgekoppelt, weil man der Ansicht war, daß das Verwaltungsrecht des byzantinischen Reiches dem mittelalterlichen Staatsaufbau fremd sei. Die libri IX Codicis waren somit der vollständige Druck, die restlichen Bücher “libri tres posteriores” wurden in der Regel zusammen mit den Institutionen und den Novellen im sog. Volumen gedruckt. Der Codex Justinianus wurde auch von den Glossatoren und Kommentatoren als Gerüst und Weg zur Darstellung des römischen Rechts bevorzugt. Der Codex-Lehrstuhl war Ordinarius primus der juristischen Fakultät und zusammen mit den Vorlesungen zum Digestum Vetus bildete die Codexvorlesung die lectiones ordinariae. Die beiden übrigen Teile der Digesten: das Infortiatum und das Digestum Novum wurden im mittelalterlichen Rechtsunterricht nachmittags und abends vorgetragen und bildeten die Lectiones extraordinariae. Innerhalb der Textgeschichte gibt es keine vergleichbare Lage wie bei den Digesten, wo die Littera vulgata und die Littera Florentina die Zeichen gesetzt haben. Vom Codex existierte eine Reihe von teilweise stark variierenden Handschriften. Die Drucker, später die Verleger, versuchten mit Vergleichen eine einheitliche Textausgabe zu gewährleisten. Der erste Druck, das Incunabulum primum innerhalb der Codexgeschichte, erfolgte im Jahre 1475 bei Peter Schöffer in Mainz. Noch im gleichen Jahr erschien eine Ausgabe bei Sensenschmidt in Nürnberg: es folgten Ausgaben in Lyon 1482 und Venedig 1484. CODEX IUSTINIANUS – ins Deutsche übersetzt. Leipzig, 1832. Oktav. Halbleinen. Bestellnr.: BIU-? ISBN: 978-3-86303-289-0 240,– €

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