DECRETUM GRATIANI – Decretum Gratiani. 2 Bde. Venedig 1584.

DECRETUM GRATIANI - Decretum Gratiani. 2 Bde. Venedig 1584.

DECRETUM GRATIANI – Decretum Gratiani. Emendatum et notationibus illustratum una cum glossis. Cum Privilegio GREGORII XIII. Pont. Max. & aliorum Principum. Permittente sede apostolica atque cum populi Romani licentia Venedig, Apud Magnam societatem, una cum Georgio Ferrario & H. Franzino, 1584. Quart. Titelblatt in Rot-Schwarz-Druck mit Kupfer, darstellende den betenden Papst Gregorius XIII., Insgesamt 1.550 S. 2 Halbleinenbände. Order-no.: IC-151 ISBN 978-3-86303-354-5 In Planung Berühmtes Lehrbuch des Mönches Gratian, das um 1140 in Bologna, als die Schule von Bologna noch in der Gründungsphase sich befand, entstanden ist und später Teil des Corpus iuris canonici wurde.

480,00

Order Number: 29336AB

Das berühmteste kanonistische Rechtsbuch des Mittelalters ist das Decretum Gratiani, das der Mönch Gratian (gest. vor 1164) in Bologna für seinen Rechtsunterricht geschaffen hat: Concordia discordantium canonum. Dieses im scholastischen Stile verfaßte Lehrbuch stellt sich als eine systematisch aufgebaute Quellensammlung dar. Das Werk besteht hauptsächlich aus Kanones ökumenischer und provinzieller Konzile, päpstlichen Briefen und Zitaten patristischer Schriftsteller. Gratian versuchte eine Harmonisierung von sich widersprechenden Textstellen in den autoritativen Texten der Kirche. Vorbild für ihn waren die Werke von Petrus Abaelard und Petrus Lombardus. Das Lehrbuch schloss Gratian spätestens 1140 ab. Gratian lehrte in Bologna zwischen 1130 und 1150. Die Lehrstätte war das Kloster in Bologna, das dem Heiligen Felix et Nabor gewidmet war. Gratian war höchstwahrscheinlich Mönch, die Festlegung, er sei Kamaldulensermönch gewesen, ist nicht quellenmäßig belegt. Gratian übernahm alte, über Jahrhunderte bekannte Texte für sein Werk. Hinzugekommen sind die Texte, die Gratian zur Auflösung der Widersprüche anfügte: dicta Gratiani. Aus der Art seiner Argumentationen in der Beseitigung der Widersprüche wird wahrscheinlich, dass er eine juristische Ausbildung in Bologna genossen hat, vermutlich bei den Schülern von Irnerius. Gratians Art der Argumentationen ist methodisch mit der Schule von Bologna verwandt. In einem zusammenfassenden dictum wird der angesprochene Stoff zusammengefasst und als summarium wiedergegeben. Danach wird die Herkunft der Texte festgehalten, die inscriptiones und ein pro et contra angeführt. Zu diesen fügt Gratian eigene Bemerkungen an und führt das ganze einer Lösung, einer Harmonisierung zu. Das sind die Concordiae der widersprechenden Textstellen. Seit dem 12. Und 13. Jahrhundert wird im kirchlichen Rechtsunterricht das Deceretum Gratiani benutzt. Schließlich erlangte das Decretum Gratiani gesetzesgleiche Autorität und wurde als Teil des Corpus iuris canonici aufgeführt. Im Gegensatz zu den spätantiken Digesten ist das Decretum Gratiani ein mittelalterliches Werk, dessen innerer Aufbau dem scholastischen Verständnis der Wissenschaft entspricht und nicht nach heutigen Maßstäben logisch nach Materien und Sachzusammenhängen systematisiert ist. Die einzelnen Abschnitte stehen stets in Beziehung und Verbindung miteinander. Das Werk ersetzt gewissermaßen Gratian, mit dem der Leser im Gespräche steht.

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