GLÜCK,C.F.(1755-1831), Die Lehre von der Intestaterbfolge. Erlangen 1803-22

GLÜCK,C.F.(1755-1831), Die Lehre von der Intestaterbfolge. Erlangen 1803-22

GLÜCK, Christian Friedrich (1755-1831), Hermeneutisch-systematische Erörterung der Lehre von der Intestaterbfolge nach den Grundsätzen des ältern und neuern Römischen Rechts als Beytrag zur Erläuterung der Pandecten. Erste & Zweyte sehr veränderte und vermehrte Auflage. Erlangen, bey Johann Jakob Palm, 1822. 8vo. Ttlbl., (12), 468 S.; XLIV, 777 S. 2 Teile in einem Halbleinenband. Order-no.: Sav-40 ISBN 978-3-86303-033-9 lieferbar / available

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Als Christian Friedrich GLÜCK (1755-1831) schuf den größten und bedeutendsten Pandektenkommentar im 19. Jahrhundert. Aus den Arbeiten dieses Werkes löste er die Monographie zum Erbrecht heraus. Glück ging im berühmten Waisenhaus der Franckeschen Stiftung in seiner Geburtsstadt Halle zur Schule und besuchte dort auch zwischen 1770 und 1776 die Universität. In Halle 1777 promoviert lehnte er mehrere Berufungen ab, etwa 1782 als Nachfolger von Höpfner an die Universität Gießen. Als seine Aussicht auf einen Lehrstuhl in Halle schwanden, nahm er 1784 eine Professur in Erlangen an. Dort blieb Glück, obwohl er 1791 einen Ruf nach Halle erhalten hatte. 1820 wurde er zum Geheimen Rat ernannt und 1827 in den Adelsstand erhoben. Die erste Auflage seiner Monographie zur gesetzlichen Erbfolge schloss Glück in der Mitte des Jahres 1802 ab, seine Vorrede verfasste er am 19. September 1802. Glück wollte eine umfassende, ja abschließende Monographie zu einem Rechtsgebiet, in dem “noch soviel Dunkelheit, Ungewissheit und Irrtum” herrsche. Die Reaktion auf seine Publikation habe ihn auch Stolz gemacht und Selbstvertrauen eingeflöst: “Der Beyfall, mit welchem meine Arbeit von Kennern aufgenommen wurde, und der Werth, welchen dieselbe noch dadurck zu erhalten schien, daß sie von den ersten Civilisten unserer Zeit in ihren vorzüglich zum Unterricht der Studirenden bestimmten Rechtssystemen häufig angeführt, und auch empfohlen wurde, bestärkte mich noch mehr in diesem stolzen Wahne”. Glück rückte nicht zuletzt wegen seines großen, ja kolossalen Pandektenkommentars in die erste Reihe der Zivilisten. Glück und Höpfner von den älteren, Thibaut, Haubold und Hugo von den jüngeren Rechtsgelehrten bestimmten Anfang des 19. Jahrhunderts das Zivilrecht in den deutschen Universitäten. Zwei Ereignisse von ganz besonderer Art erschütterten nachhaltig das “Selbstvertrauen” des Erlanger Ordinarius Glück: das Auftreten Savignys und die Gründung der historischen Rechtsschule. “Nachdem aber in unsern Tagen die geschichtliche Bearbeitung desa Röm. Rechts das Studium der großen Meister unserer Kunst geworden ist, und durch die Bemühungen eines Hugo, Haubold, von Savigny, Göschen, von Löhr u.a.m. einen so hohen Grad von Bildung und Vollkommenheit erreicht hat; so ward das stolze Wohlgefallen an m einer Arbeitso gedemüthigt, daß ich, fas bis zum Kleinmuth herabgestimmt, noch nie eine Schrift mit so viel Schüchternheit dem Publikum übergeben habe, als diese neue Ausgabe meiner Intestaterbfolge…” Glück berichtet, dass er nunmehr erkannt habe, dass die Aufnahme der Hinweise auf Literatur und Quellen in den laufenden Text “die Aufmerksamkeit der Leser alle Augenblick unterbrochen habe”, nunmehr folge er auch darin den Vorgaben der historischen Schule. ER klagt sich an, die Basilikedn überhaupt nicht zu Rate gezogen zu haben. So sucht nun Glück in der zweiten Auflage, das gesamte Thema im Geiste der historischen Schule neu zu präsentieren und beschwört sein Bemühen:″Übrigen beruhigt mich das redliche Bewußtsein, alles, was an mir lag. gethan zu haben, um den Zweck bey dieser neuen Ausgabe zu erreichen.”. Und es sicherlich keine eitle Bescheidenheit, sondern tatsächlich Unsicherheit, wenn er seine Vorrede abschließt: “Sollte indessen diese Arbeit auch nur als eine Lieferung von Matewrialien betrachtet seyn, aus denen sich nach mir ein besseres Lehrgebäude aufführfen ließe; so ist schon die darauf verwandte Mühe hinlänglich belohnt.”

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