EICHHORN,K.F.(1781-1854), Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte. Göttingen 1843.…

EICHHORN,K.F.(1781-1854), Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte. Göttingen 1843.

EICHHORN, Karl Friedrich (1781-1854), Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte. Fünfte, verbesserte (letzte) Ausgabe. 4 Bde. Göttingen, Bey Vandenhöck & Ruprecht, 1843-44. 8vo. (Reprint Vico Verlag, Frankfurt am Main 2012) (1:) XXVIII, 773 S.; (2:) XVI, 725 S.; (3:) XVI, 514 S.; (4:) XVIII, 786 S. (zusammen 2876 S.). 4 Halbleinenbände. Letzte Ausgabe des Gründungswerkes der germanistischen Rechtsgeschichte! Bestell-Nr.: Sav-37 ISBN: 978-3-940176-52-3 lieferbar / available

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F. C. v. SAVIGNY bestimmte für den Aufbau und zur Ergänzung der historischen Schule den jungen Karl Friedrich von Eichhorn, der neben dem von Savigny betreuten romanistischen Zweig den germanistischen ausbauen sollte. Dieser Mitbegründer der historischen Schule war vollberechtigt, eigenständig und für den engeren Forschungskreis der germanistische ausgerichteten Juristen nicht minder einflussreich. Der zu Jena geborene, väterlicherseits aus einer alten Pastorenfamilie abstammende Eichhorn war im Gegensatz zu dem adeligen, distanzierten, stets gut betuchten Savigny ein strebsamer Student, der auch die Geselligkeit suchte, in Reiten und Fechten äußert gewandt war. 1803 habilitierte er sich in Göttingen nach einer Studienreise nach Wetzlar, Regensburg und Wien. Eichhorn hielt Vorlesungen über die Geschichte des Deutschen Reichs, deutsches Staatsrecht und den Reichsprozeß, ganz in der Tradition der Pütterschen Schule. Da eine Anstellung in Göttingen nicht in Aussicht stand, nahm er 1805 einen Ruf als Ordinarius an die Universität zu Frankfurt an der Oder an. Dort entstand der erste Band seines Hauptwerkes, dessen Vorrede mit dem 8. Mai 1808 datiert ist. Aufgrund dieser Publikation erreichte ihn durch Kabinettsordre vom 4. März 1811 der Ruf an die neugegründete Universität in Berlin, wo er neben Savigny, Biener und Schmalz das zweite Semester der jungen Rechtsfakultät bestritt. Seine Vorlesungen galten der deutschen Rechtsgeschichte, dem deutschen Privatrecht und dem Zivilprozeß. Eine Unterbrechung erlebte die junge Universität und der Lehrbetrieb durch die Napoleonischen Befreiungskriege. Während Savigny in Berlin sich zu Exerzierübungen meldete, zog Eichhorn ins Feld und machte alle Schlachten einschließlich der Leipziger Völkerschlacht mit. In der Folgezeit gründete er mit Savigny zusammen die ?Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft”. Eichhorn hat neben seinem ergänzenden Programmartikel ?Über das geschichtliche Studium des deutschen Rechts” wichtige Beiträge beigesteuert. Getrübt durch sein Verhältnis zu Schmalz und bedrängt von seinem Vater nahm er 1816 einen Ruf nach Göttingen an, wo er ab 1817 Vorlesungen hielt. Kurze Zeit nach Ablehnung eines Rufes wieder nach Berlin stellte sich bei Eichhorn ein Brustleiden ein, das ihm 1829 schließlich zur Aufgabe der Professur zwang. Nach einer Besserung seines Gesundheitszustandes gelang es vor allem Savigny, ihn 1832 wieder für Berlin zu gewinnen. Doch bereits 1834 musste Eichhorn wieder seine Lehrtätigkeit einstellen, der 1846 eine endgültige Beurlaubung aus gesundheitlichen Gründen erfolgte. In Köln, bei seinem Sohne Otto wohnend, verstarb er schließlich am 4. Juli 1854. Eichhorns Ruhm bis heute begründet seine deutsche Staats- und Rechtsgeschichte, deren Ausgabe fünf Auflagen erlebt hat. Es stellt die Geschichte der deutschen politischen und staatsrechtlichen Entwicklung, der deutschen Rechtsquellen, sowie der deutschen Privat-, Straf- und Prozeßrechts chronologisch in großen Zügen und Epochen dar, so dass ein umfassendes Bild des gesamten Staats- und Rechtszustandes entsteht, auch unter Berücksichtigung der Territorialgeschichte in ihren Grundzügen und der wichtigeren territorialrechtlichen Vorgänge. Die letzte, im vierte Bande behandelte Periode reicht unmittelbar in die Gegenwart von Eichhorn mit Ausnahme des 1840 noch geltenden Rechts, da er sonst in die dogmatische Darstellung seines nachfolgenden Lehrbuch des deutschen Privatrechts eingegriffen hätte. Der Zweck der Darstellung folgt der Vorgabe und Überzeugung der historischen Rechtsschule, Eichhorn wollte mit diesem Opus der Grundlage der Darstellung der heutigen Rechts dienen, nämlich aus dem Verständnis der historischen Sicht. Diesem praktischen Zweck sah sich Eichhorn stetig verpflichtet.

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